In Deutschland braucht jeder eine Krankenversicherung. Wer nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, kann sich privat krankenversichern.

Wer kann eine private Krankenversicherung (PKV) abschließen?

Arbeitnehmer können sich privat versichern, wenn ihr Jahreseinkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Beamte und Selbstständige unterliegen nicht der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Sie können eine PKV abschließen, wenn das Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Versicherungspflichtgrenze (brutto): Arbeiter und Angestellte, die monatlich 4.687,50€ oder jährlich 56.250€ verdienen (2016). Ab 2017: 4.800€ monatlich oder 57.200€ jährlich.

Studenten können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Allerdings muss vor Studienbeginn einmalig entschieden werden, über welches System versichert werden soll. Zudem endet die studentische KV mit dem Überschreiten des 30. Lebensjahres. Auch die Studientarife der PKV enden ggf. zu einem festgelegten Termin.

Beihilfeberechtigte Personen, wie zum Beispiel Beamte, erhalten einen Zuschuss zu ihren Krankheitsaufwendungen. Die PKV bietet sogenannte Prozent- bzw. Quotentarife an, die auf die Beihilfe abgepasst sind.

Vorteile und Nachteile der PKV

Vorteile-Nachteile-PKV

Kündigungsfristen der PKV

Pflichtmitglieder und freiwillige Mitglieder können ihre Krankenkasse zum Ende des übernächsten Monats wechseln. Allerdings müssen Sie bei einem Wechsel eine Mindestvertragsdauer von 18 Monaten bei Ihrer neuen Krankenkasse einhalten.

Die Mindestvertragsdauer gilt nur dann nicht, wenn Sie als freiwilliges Mitglied kündigen, um zu einer privaten Krankenkasse zu wechseln. So gilt sie auch nicht, wenn Ihre Krankenkasse die Beitragssätze erhöht oder einen Zusatzvertrag erhebt.

Achtung: Bei den Wahltarifen (Versicherungstarife, die flexibel auf die Bedürfnisse der Versicherungsnehmer zugeschnitten sind) gelten längere Fristen. Eine Kündigung ist auch bei Beitragserhöhungen nicht ohne Weiteres möglich.

Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss?

Ja, der sogenannte Arbeitgeberzuschuss ist im Sozialgesetzbuch V gesetzlich geregelt (Paragraph 257). Diese finanzielle Hilfe wird bis zu einem Höchstbeitrag gezahlt und schließt auch die Beiträge für die Kinder und einen unter Umständen mitversicherten Partner ein.

Zum 01.01.2017 findet eine Erhöhung statt. Ab diesem Zeitpunkt sind maximal 317,55€ für die PKV und weitere 55,46€ Pflegepflichtversicherung möglich.

Lohnt sich ein Wechsel in die private Krankenkasse?

Ob sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung lohnt, so sollte von individuellen Lebensumständen abhängig gemacht werden. Oftmals sind Familien in der Gesetzlichen  gut aufgehoben, weil Kinder und Ehepartner dort kostenfrei mitversichert sind. Allerdings  haben Doppelverdiener ohne Kinder gute Chancen, in der privaten Krankenversicherung  Geld zu sparen. Vergleichbares gilt auch für Singles mit gutem Einkommen. Beamte oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zahlen ebenfalls oft weniger in der privaten Krankenversicherung.

Wer in die PKV wechseln möchte, kann dies jetzt schon nach einem Jahr Wartezeit tun. Wie oben bereits erwähnt ist die Voraussetzung dafür, dass das Monatseinkommen während dieser Zeit oberhalb der gesetzlichen Versicherungspflichtgrenze von 4.800 Euro (stand Oktober 2016) liegt. Aktuell können wir Ihnen auch unseren PKV Vergleich September 2017 ans Herz legen.

Jetzt den PKV Vergleich 2017 machen:

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