Berufsunfähig ist, wenn ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger seinen Beruf, durch ein ärztliches Attest nachgewiesen, aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder Invalidität aufgeben muss.

Mindestens jeder Vierte in Deutschland, der das 50. Lebensjahr erreicht hat, ist berufsunfähig. Obwohl die gesetzliche Rentenversicherung Arbeitnehmern oftmals eine finanzielle Stütze gewährt (Erwerbsminderungsrente), ist die Zahlung von komplizierten Bedingungen abhängig. Damit ist der Lebensstandart nicht gesichert.

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist absolut empfehlenswert. Besonders für junge Menschen, vor allem wenn sie schon eine Familie haben, gehört die Berufsunfähigkeit zu den größten finanziellen Risiken. Wer beispielsweise ab 48 nicht mehr arbeiten kann, verliert, je nach Renteneintrittsalter, fast 20 Jahre lang sein lebensstandardsicherndes Einkommen. Im Zuge dessen fällt auch die Zahlung in die Rentenkasse aus, was wiederum die Altersbezüge verringert.

Was leistet die BU-Police

Die Versicherung funktioniert nach folgendem Prinzip: Man zahlt regelmäßig einen Jahresbeitrag. Wird man arbeitsunfähig, zahlt die Versicherung bis zum Beginn des Rentenalters bzw. am Ende der vereinbarten Laufzeit eine Berufsunfähigkeits-Rente.

Für Arbeitnehmer ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sogar der Unfallversicherung vorzuziehen, weil die BU-Police sowohl bei Unfall als auch bei einer permanenten Erkrankung zahlt. Dabei sind zu 90 Prozent Krankheiten am Verlust der Arbeitsunfähigkeit verantwortlich.

Beiträge und KostenBU-Ursachen-Kreisdiagramm

Die Höhe der Beiträge hängt stark vom Alter des Versicherten bei Abschluss der BU ab. Allgemein gilt: Je jünger der Kunde ist, desto geringer sind die Kosten, da die Versicherungen ein geringeres Risiko tragen und länger Beitragszahlungen bekommen. Allerdings hat auch der Beruf Einfluss auf die Höhe der Beiträge. So zahlen Büroarbeiter weniger als beispielsweise Elektroniker. Denn wer körperlich arbeitet, hat ein höheres Risiko berufsunfähig zu werden und ist im Anschluss auch weniger gut in anderen Berufen einsetzbar.


Auf was man achten sollte

Ein Qualitätsmerkmal von BU-Tarifen ist, wie viele Jahre der Versicherer auf sein Rücktrittsrecht besteht. Anschließend kann sich die Versicherungsgesellschaft nicht mehr darauf berufen, dass die Anzeigepflicht von Vorerkrankungen verletzt wurde. Empfehlenswert sind Verträge, die bereits nach fünf Jahren auf dieses Recht verzichten.

Die Berufsunfähigkeit kann man sowohl separat als auch in Kombination mit einer Lebensversicherung abschließen. Im Fachjargon wird dies BUZ genannt, wobei das Z für Zusatz steht. Wer ohnehin den Vorsorgeschutz einer Lebensversicherung möchte, sollte sich ein BUZ-Angebot machen lassen. Ein solcher Vertrag ist in der Regel günstiger als zwei einzelne.

Als Vertragslaufzeit sollten Sie das Alter wählen, in dem Sie voraussichtlich in Rente gehen. Das ist im Allgemeinen mit 67 Jahren.

Es empfiehlt sich die BU-Rente eher großzügig kalkulieren, auch wenn dies höhere Prämien mit sich bringt. In Ihre Entscheidung sollten Sie also unbedingt die Inflation mit einbeziehen.

Berufsunfähigkeitsverträge die eine Verweisungsklausel enthalten, sollten unbedingt außer Acht gelassen werden. Diese Klauseln regeln, dass die Gesellschaft nicht zahlen muss, wenn der Versicherte in einem anderen Beruf arbeiten kann, der in Status und Vergütung gleichwertig ist. Dabei ist jedoch irrelevant, ob der Versicherungsnehmer überhaupt einen Job findet oder nicht. Insbesondere für ältere Menschen ist diese Etappe gefährlich.

 

Comments are closed.