Millionen Deutsche sorgen zusätzlich vor, um sich im Alter nicht nur auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen. Der Staat unterstützt das private Sparen nicht nur mit Riester-Verträgen, sondern auch mittels der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die direkt vom Gehalt abgezogen wird. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, doch es lohnt sich nicht für jeden.

 Was ist eine betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Sie wurde unter  anderem ins Leben gerufen, um die Arbeitnehmer an den Betrieb zu binden. Betriebsrenten werden heutzutage aber oft nur vom Arbeitnehmer finanziert. Dies wird als sogenannte Entgeltumwandlung bezeichnet. Außerdem gibt es Mischformen, an denen sich sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber beteiligen.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung?

Einfach ausgedrückt: der Arbeitnehmer wandelt einen Teil seines Bruttolohns oder seiner Sonderzahlungen in eine Rentenversicherung um. Anders als bei einer privaten Altersvorsorge zahlt der Arbeitnehmer die Beiträge nicht selbst ein, sondern überlässt dies seinem Chef. Dieser entscheidet über die Art der Anlage. Er kann die gezahlten Beiträge entweder intern anlegen oder extern beispielsweise an eine Direktversicherung oder einen Pensionsfonds geben.

Wie viel darf man einzahlen?

Ab dem Jahr 2017 beträgt der jährliche Höchstbetrag, der sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei umgewandelt werden kann, 3.048 Euro (monatliche 254 Euro). Wird dieser Höchstbetrag überschritten, können für Neuvereinbarungen ab 01.01.2005 zusätzlich bis zu 1.800 Euro steuerfrei (aber nicht sozialversicherungsfrei) umgewandelt werden. Ab 2017 beträgt der jährliche Mindestbeitrag für die freiwillige Versicherung 223,13 Euro (monatlich 18,59 Euro).

Achtung bei Arbeitgeberwechsel

Bei einem Stellenwechsel kann es allerdings mit den Ansprüchen aus der betrieblichen Altersvorsorge kritisch werden. Gesetzliche Unverfallbarkeitsfristen  regeln, wann die Ansprüche nicht mehr verloren gehen:

Hat sich der Arbeitgeber an der betrieblichen Altersvorsorge beteiligt, kommt es auf das Datum der Zusage an. Für Zusagen, die nach dem 31. Dezember 2008 erteilt wurden, muss die bAV mindestens fünf Jahre bestehen und der Mitarbeiter muss beim Verlassen des Unternehmens mindestens 25 Jahre alt sein. Hat der Mitarbeiter die betriebliche Altersversorgung komplett aus eigenem Kapital finanziert, kann der Anspruch nicht verfallen.

Ist das angelegte Geld sicher?

Ja. Selbst im Insolvenzfall des Arbeitgebers ist zumindest das eingezahlte Geld sicher. Im Gegensatz zu anderen Vorsorgeformen kann die Betriebsrente meist nicht ausgezahlt werden, bevor der Arbeitgeber das Rentenalter erreicht hat.

Vorteile und Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

Vorteile-Nachteile-bAV

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